Verlag Henselowsky Boschmann · Regionaler Literaturversorger Ruhrgebiet · Wie is? – Muss.
Ruhrgebiet Geschnke Buch Bücher Verlag Verlage



Wie is? – Muss.
Warum Ruhrgebietler manchmal
stolpern, aber niemals hinfallen
herausgegeben von
Hermann Beckfeld & Werner Boschmann (Hg.

176 Seiten · gebunden · Lesebändchen
9,90 Euro
978-3-942094-66-5
Erscheinungsjahr: 2016

Dieses Buch ist eine Liebeserklärung an die Menschen des Ruhrgebiets. An ihren Charme, ihre Gelassenheit, ihre Pfiffigkeit. Sie lieben ihre Heimat mit mehr Herz, mit mehr Wärme, ehrlicher, kompromissloser als irgendwer sonst. Ja, sie lieben ihr Ruhrgebietsleben sogar dann, wenn es sie mal nicht so lieb hat, wenn es Stolperfallen für sie aufbaut, wenn etwas mal »dumm gelaufen« ist. Dass sie gerade in solchen Situationen nie hinfallen, beweisen die Geschichten der 31 Autorinnen und Autoren dieses Buches; denn denen ist so manches widerfahren, das einen Nicht-Ruhrgebietler zumindest in den Wahnsinn getrieben hätte.


Buchpremiere

Dienstag, 25. Oktober 2016, 19.30 Uhr im Cornelia Funke Baumhaus, Halterner Straße 5, Dorsten. Der Eintritt kostet 5 Euro. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Weitere Informationen unter
www.corneliafunke-baumhaus-dorsten.de


Inhalt:

6 · Hermann Beckfeld · Butter bei die Fische · Vorwort


8 · Sarah Meyer-Dietrich · Wo die Liebe hinfällt …
Sarah Meyer-Dietrich wurde 1980 geboren und wuchs im Ruhrgebiet auf. Studium der Wirtschafts- und Kulturwissenschaften in Bochum und Hagen. Promotion in Bochum. 2012 bis 2016 hauptberuflich Geschäftsführerin und Projektmanagerin Friedrich-Bödecker-Kreis NRW e.  V. Seit dem Sommer 2016 ist sie freie Autorin. Im Herbst Gerade erschien ihr Roman
"Immer muss man mit Stellwerksbränden, Streiks und Tagebrüchen rechnen".
www.sarahmeyerdietrich.de

13 · Timo Malers · 35 Jahre, VfL-Bochum-Fan
Timo Malers im Gespräch mit Sarah Meyer-Dietrich

16 · Hubertus A. Janssen · Ruhrpotthelden
Hubertus A. Janssen, Jahrgang 1964, aufgewachsen in Warendorf an der Ems, wurde nicht Förster, sondern beendete sein Medizinstudium in Mainz. Seit 2010 dichtet er für die Funke-Mediengruppe und für den Landwirtschaftsverlag Münster und andere Zeitungen. Als Erfinder des Landwirtschaftlichen Feuilletons ist er ein Vertreter eher kurzer Kurztexte. Der Grenzgänger Janssen arbeitet als Arzt genau da, wo Ruhrgebiet und Münsterland ineinander übergehen. Er lebt mit Familie in Recklinghausen. 2015 erschien sein Gedichtband
"Der Lurch hält durch".

18 · Klaus D. Krause · Oh, du fröhliche!
Klaus D. Krause kam 1953 in der Lünen nahe des Lippe­ufers zur Welt. Obwohl sein Geburtshaus wegen des sandigen Untergrunds eines alten Flussbetts abgerissen werden musste, blieb er der Lippe und Lünen während seiner Jugend treu. Erst das Journalistik-Studium verschlug ihn nach Dortmund, wo er anschließend als freier Journalist für die Presse und den WDR-Hörfunk arbeitete. 1984 kehrte er reumütig an seinen Fluss in die Lippestadt Haltern zurück und heuerte dort als als Redakteur bei den Ruhr Nachrichten an. 1988 zog es ihn als Redaktionsleiter und später als Chefreporter zur Dorstener Zeitung, wo er seitdem direkt an der Lippe zuhause ist. Nach dem Abschied aus der Redaktion denkt er für seinen Lebensabend über einen Umzug nach Wesel nach – schließlich endet dort auch der Lippelauf im Rhein. Nach seiner Wiedergeburt plant Krause dann ein Comeback in Bad Lippspringe.

22 · Pia Lüddecke · Die Beschattung
Pia Lüddecke wurde 1981 in Recklinghausen-Süd geboren. Auf ihren Streifzügen durch die Nachbarschaft erlebte sie allerlei Abenteuer, die sie schon früh in Form kurzer Erzählungen zu Papier brachte. Während des Studiums der Germanis­tik und Anglistik an der Ruhr-Universität Bochum verschlug es sie für ein Auslandssemester an die University of Newcastle upon Tyne. Heute wohnt sie wieder im Pott und ist als Redakteurin für die Stadtmagazine Witten, Castrop-Rauxel, Lünen und Hagen tätig. Wenn sie nicht gerade schreibt, kann man sie beim Fechttraining des USC Bochum auf der Planche antreffen. Im September 2016 erscheint ihr erstes Buch "Der schwarze Teufel, ein satirisches Märchen".

28 · Uwe Becker · Sitzenbleiber
Uwe Becker, Jahrgang 1964 und geboren in Witten an der Ruhr, hat trotz seiner Ehrenrunde in der neunten Klasse doch noch einen recht angesehenen Beruf ergreifen können. Er ist Redakteur einer Tageszeitung, verheiratet und hat zwei Kinder.

32 · L. Joseph Heid · Spott aus! Licht an!
L. Joseph Heid ist Neuzeithistoriker und lebt in Duisburg.

37 · Stephanie Polberg · Erlebnisse in einer Buchhandlung
Stephanie Polberg. Geboren 1969, wuchs ich unweit der A 40 in Essen auf und habe schon als Kind alles, was mir unter die Finger kam, gelesen. Nach Abitur und Buchhändlerlehre habe ich 1996 die Chance ergriffen und meinen Traum wahr gemacht: eine eigene Buchhandlung in Essen-Steele. Lesen ist noch immer meine große Leidenschaft, und das wissen meine Kunden zu schätzen. Schreiben, das war eine neue Erfahrung. Aber wenn der Lieblings-Ruhrgebietsverlag anfragt, sagt man doch gerne ja und öffnet das "Schatzkästchen" der gesammelten Dönekes aus dem Laden.
www.polberg.de

40 · Hermann Beckfeld · Grabowski & Co
Hermann Beckfeld wurde 1955 in Bottrop geboren; er ist seit 17 Jahren Chefredakteur. Seit 2012 schreibt er an jedem Samstag im Wochenendmagazin der Ruhr Nachrichten, der Dorstener Zeitung, der Halterner Zeitung, der Münsterland Zeitung … einen Brief; oft an Prominente, manchmal an Menschen, die etwas ganz Besonderes erlebt haben. Band 1 und Band 2 seiner Bücher
"Ganz persönlich. Beckfelds Briefe" beinhalten eine Auswahl dieser Briefe.

50 · Achim Hodde · Freude schöner Ordnungsfunken
Achim Hodde, Jahrgang 1955, ist kein waschechter Ruhrpottler. Geboren und aufgewachsen ist er in Velbert, wo er sich auch seine ersten journalistischen Sporen verdiente. Sein düsteres Urteil: Schon früher war in der Schlossstadt nicht viel los, heute ist da tote Hose. Fast 40 Jahre ist Hodde durch verschiedene Redaktio­nen des Reviers getingelt und hatte viel Spaß dabei. Na ja, jedenfalls meistens. Zwischendurch war er fast sieben Jahre in angelsächsischen Ländern. Was Hodde sonst noch so treibt, kann man sich unter
www.banjo-talks.de anschauen und anhören. Er ist verheiratet, hat einen Sohn und lebt seit Jahrzehnten in Essen.

56 · Anja Kiel · Nur mal schnell
Anja Kiel, Jahrgang 1973, lebt in Hagen. Nach einem Volontariat in einer Zeitschriftenredaktion schrieb sie als freie Autorin Artikel über Kunst und Kultur, Friseure und Fahrräder. Inzwischen hat sie zwei Kinder und weniger Zeit zum Schreiben. Dumm gelaufen? Nein! Mit ihrer Mutter Inge Meyer-Dietrich verfasste sie den Fantasy-Ruhrgebiets-Roman
"Die Hüter des Schwarzen Goldes", und sie veröffentlichte Kinderbücher. Als Autorin für Kinder und Erwachsene lebt Anja Kiel nun ihren Traumberuf.  www.anjakiel.de

62 · Kerstin Barlach · Happyend auf Umwegen  
Kerstin Barlach ist an der Ruhr-Universität Bochum Literatur-Studentin, die nun selbst ein Stück Literatur gestaltet hat.

66 · Julia Wilmsmann · Dumm geradelt, aber …
Julia Wilmsmann, gebürtige Essenerin, wohnhaft in Oberhausen, gefühlte Bottroperin. Für ihren Lebensunterhalt frisiert sie Hunde, arbeitet als Personal Assistant und schreibt Geschichten, zum Beispiel rund um den Hund im Revier in ihrem Buch
"Dem Mensch sein bester Kumpel".

72 · Mike Steinhausen · Nachtschicht
Mike Steinhausen. Geboren 1969. Eine Ära, in der die Liberalisierung in der westlichen Welt nicht mehr aufzuhalten war, die Amis auf dem Mond spazieren gingen und die heutigen, auf die moral- und wertelose Jugend schimpfenden Rentner, kiffend ihre sexuelle Befreiung in Woodstock feierten.In dieser Zeit verbrachte der Autor diverser Kriminalromane und Hobbypolizist seine Kindheit im Osten Essens auf einer alten Schlackenhalde und erfuhr so eine frühkindliche Ruhrpottprägung durch echten Dreck und Kohlenstaub. Was ihn im Übrigen nicht daran hinderte, leidenschaftlicher Allergiker zu werden.

76 · Benno Hammerschmidt · Ruhrgebietler auf Reisen
Benno Hammerschmidt ist vor ziemlich langer Zeit im Ruhrgebiet zur Welt gekommen. Nach einem kurzen Abstecher während des Studiums ins Münsterland ist er gerne und zufrieden zurückgekommen und hier geblieben. Hat lediglich die Städte gewechselt. Wird hier auch bleiben, verschiedenen kreativen Tätigkeiten nachgehen und von einem ehemals jungen Ruhrgebietler zu einem alten werden. Mit Unterstützung einer ehemaligen Schwäbin, die sich auch keine lebenswertere Gegend zum Leben mehr vorstellen kann als das Ruhrgebiet.

82 · Daniel Twardowski · Der Fluch des Kubaners
Daniel Twardowski, Jahrgang 1962, feierte sein Romandebüt 2002 tief im Westen mit Ewig Gelsenkirchen/Die ewige Ruhr. Danach war er eine Weile als Literaturpreisboxer recht erfolgreich (2003 Förderpreis zum Literaturpreis Ruhrgebiet, 2005 Stipendium in der Casa di Goethe in Rom, 2006 Oberhausener Literaturpreis, 2007 Deutscher Kurzkrimipreis) und gilt seitdem als "schwierig". Anschließend wurde er kriminell, und zwar mit einer historischen Detektivroman-Trilogie (Tod auf der Northumberland/Das blaue Siegel/Fluch des Südens), die aber nicht im Ruhrgebiet, sondern auf der ganzen Welt spielt und in mittlerweile zweiter Auflage als E-Book im dot.books-Verlag erschienen ist. Dazu kamen diverse Anthologie-Veröffentlichungen und zuletzt mit Dark Planet – 200 Variationen zu Courbets Ursprung der Welt ein Buch mit z. T. sehr umstrittenen Aktfotografien. Im Herbst 2016 erscheint die historische Darstellung Die von Marpurg und die Welt Martin Luthers – und zwar, weil Twardowski seit mittlerweile mehr als dreißig Jahren in Marburg an der Lahn wohnt und dort auch gelegentlich auf den Namen Dr. Christoph Becker hört.

96 · Elisabeth Wittkowski · life goes on
Elisabeth Wittkowski, geboren 1998, war bis zum Abitur 2016 Schülerin in Castrop-Rauxel und wird Germanistik und Theo­logie an der Ruhr-Universität Bochum fürs Lehramt studieren.

102 · Anke Klapsing-Reich · Rentier-Ringelreigen
Anke Klapsing-Reich erblickte 1961 in Dorsten das Licht der Welt. Ihr Abitur baute sie am St. Ursula-Gymnasium, bevor es sie zum Studium (Geschichte, Germanistik, Politik) ins schöne Trier an die Mosel zog. Nach ihrem Magisterabschluss kehrte sie in "den Pott" zurück und volontierte bei den Ruhr Nachrichten in Dortmund. Viele Jahre arbeitete sie als Redakteurin in der Wochenend-Beilage Das bunte Journal. Heute lebt die Mutter eines inzwischen erwachsenen Sohnes mit ihrer Familie wieder in Dors­ten und arbeitet als Lokalredakteurin bei der Dorstener Zeitung/Ruhr Nachrichten. Als Autorin lokalhistorischer wie auch unterhaltsamer Themen sind bislang schon mehrere Veröffentlichungen von ihr erschienen.

107 · Martina Oldengott · Emschergenossenschaft
Den Ball weit in die Zukunft werfen. Prof. Dr. Martina Oldengott vom Vorstandsbüro der Emschergenossenschaft im Gespräch mit Sarah Meyer-Dietrich

112 · Benjamin Bäder · Opa Dieter
Benjamin Bäder, Dipl. Kommunikationsdesigner, wurde 1982 in Dinslaken geboren und lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Duisburg an der Sechs-Seen-Platte. Er arbeitet als Illustrator und veröffentlicht Texte in Zeitschriften, Anthologien, Blogs etc., ist Redakteur der Literaturzeitschrift Richtungsding, die ihren Sitz im Ruhrgebiet hat, und ist Vorsitzender des Friedrich-Bödecker-Kreises NRW.
www.benjaminbaeder.de

118 · Simon Wagenschütz · Zweiter
Simon Wagenschütz. Geboren in Hattingen/Ruhr. Kindheit und Jugend im Ruhrgebiet (Sprockhövel, Herne) und im Landkreis Osnabrück (Remsede). Studium an der Ruhr-Universität Bochum. Inzwischen im zweifachen Exil in Südkorea. Hat unter den Namen Otaru Tomis und David Jordan mehrere Bücher bei BoD veröffentlicht, zuletzt (2016) einen Band mit CafeHaus-Geschichten.

124 · S. Herrmann · Von Freud’schen Fehlleistungen
Sabine Herrmann. Geboren 6. Juni 1957 in Bochum; Studium der Geschichte und Germanistik an der Ruhr-Universität Bochum; Redakteurin beim Stadtpanorama Wattenscheid (in Bochum), beim Steeler Kurier (in Essen) und bei den Sonntagsnachrichten (in Castrop-Rauxel). Seit einigen Jahren in der Verwaltung tätig sowie freie Mitarbeiterin bei den Sonntagsnachrichten in Herne.

126 · Herbert Knorr · Schitt häppens hoch drei!
Herbert Knorr. Der Autor und Literaturwissenschaftler ist seit 1994 Leiter des Westfälischen Literaturbüros in Unna e. V. und dort zuständig für Autoren- und Literaturförderung in und für NRW sowie für Entwicklung und Management zahlreicher Kulturprojekte. Seit 2002 einer der Festivalleiter der Krimi-Biennale Mord am Hellweg, des größten internationalen Krimifestivals Europas; seit 2011 Intendant des Netzwerkprojektes literaturland westfalen. Neben der Veröffentlichung von Sachbüchern, Satiren, Kurzkrimis und zahlreichen anderen publizistischen Arbeiten legte er 2003 gemeinsam mit Wolfgang Thiele das archäo-astronomische Sachbuch
"Der Himmel ist unter uns vor". Unter dem Pseudonym Chris Marten schrieb er zusammen mit Birgit Biehl die Thriller "Hydra" (2009) und "Todespfad" (2011). Im Januar 2015 erhielt er vom Literaturrat NRW den Literaturtaler NRW für herausragende Verdienste um die Förderung der Literaturlandschaft in Nordrhein-Westfalen. Gerade erschien sein Roman "Schitt häppens. Von Sereinmördern und Stehpinklern. Mord und Totschlach aussen Pott". Herbert Knorr ist 1952 geboren und lebt und arbeitet im Ruhrgebiet. www.herbert-knorr.de


134 · Maria Kaspari · Grande Dame
Es begab sich im Juli 1949, dass ein "Salzburger Nockerl" die Stadt Duisburg kennenlernen durfte, eine Stadt, zerbombt, dreckig und mit rauchenden Schloten. Man konnte eigentlich nur unter den Tellerrand schauen und darauf hoffen, dass sich unser Duisburg ganz schnell wieder erholt! Und ich habe immer über den Tellerrand geschaut und beobachtet, wie sich unsere Stadt so positiv entwickelt hat, und immer wieder merkte ich in all den Jahren, die ich hier lebe, wie liebenswert, hilfsbereit und zusammenhaltend unsere Duisburger BürgerInnen doch sind. Gerade zum Thema Mercatorhalle. Mich hat es quasi innerlich gezwungen, zu diesem Thema ein paar Worte beizutragen, denn das CityPalais ist für mich ein Konsumtempel, in den ein Stück Halle mit dem Namen "Mercator" integriert ist. Das "Damals" – La Grande Dame – ist mit diesem Ersatz für mich in keiner Weise vergleichbar.


138 · Inge Meyer-Dietrich · Geschliffen scharf
Inge Meyer-Dietrich, seit 1986 freie Autorin, hat über 30 Bücher veröffentlicht, überwiegend für junge Leser. Zahlreiche Auszeichnungen im In- und Ausland, u. a. der Literaturpreis Ruhr für das Gesamtwerk. Zusammen mit Anja Kiel verfasste sie den Fantasyroman
"Die Hüter des Schwarzen Goldes". In ihrem Roman "Plascha – Von kleinen Leuten und großen Träumen" schildert sie das Leben einer Bergarbeiterfamilie im Ruhrgebiet in den Jahren 1917 bis 1919. Ihr Roman "Leben und Träume der Mimi H." erscheint 2016. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in Gelsenkirchen; die drei Kinder sind erwachsen; beide Töchter ebenfalls schriftstellerisch tätig.
www.ingemeyerdietrich.de


144 · Elke Schleich · Auf der Halde
Elke Schleich. Geboren 1953 in Gelsenkirchen. Pferde und das geschriebene Wort – beides faszinierte sie schon als Kind. Heute lebt sie mit Ehemann und Katze am grünen Rand des Ruhrgebiets, in Westerholt, ganz in der Nähe eines Reiterhofes, den sie nach langer aktiver Zeit im Sattel immer noch täglich besucht. Schriftstellerische Tätigkeit seit den 70er Jahren. 1988 der Roman "Komm zurück, Ameli"; Co-Herausgeberin der Titel "Sugar Baby Love", 2006, und "Yeahsterday", 2007. Im Jahre 2012 "Gummitwist in Schalke-Nord – ein Roman in 18 Geschichten"; 2014 als E-Book-Serie "Ein Lied für dich"; zahlreiche Kurzgeschichten in Anthologien und Illustrierten. Gerade erschien ihr Roman "Wir haben alles hingekriegt".
www.elke-schleich.de

150 · Sascha Pranschke · Weggeputzt
Sascha Pranschke, Jahrgang 1974, Dipl.-Kulturwissenschaftler, arbeitete als Journalist und Texter, leitete das Junge Literaturhaus Köln und lebt heute als Schriftsteller und Dozent für Kreatives Schreiben in Dortmund. Bisher erschienen von ihm die Romane Veits Tanz (2007), Den Regen lieben (2009) und Kölner Kulissen (2013).

www.pranschke-schreibt.com


155 · Friedrich von der Höh · Vom Ruhrgebietsladen
Friedrich von der Höh, Geschäftsführer des Ruhrgebietsladens, im Gespräch mit Werner Boschmann
www.ruhrgebietsladen.de

159 · Werner Boschmann · Jüngsken für alles
Werner Boschmann. Kind des Ruhrgebiets – immer geblieben.


164 · Werner Bergmann · Späte Genugtuung
Werner Bergmann. Jahrgang 1946, Studium der Geschichte und Mathematik; Promotion und Habilitation in mittelalterlicher Geschichte und Historischen Hilfswissenschaften; akademische Lehrtätigkeit an der Ruhr-Universität Bochum, TU Braunschweig, an den Universitäten Rostock, Hamburg und Potsdam; apl. Professor, zahlreiche Publikationen und Quelleneditionen zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte. Autor von
⇒ "Unser aller Heiligen. Als der Himmel über dem Ruhrgebiet noch bevölkert war".

168 · Friedhelm Wessel · Ausflug mit Tücken
Friedhelm Wessel, Jahrgang 1944, verbrachte seine Kindheit und Jugend zwischen der Jacobi-Siedlung in Oberhausen – wo Oma ihr klein Häuschen und Opas geliebter Karnickelstall standen – und dem Dichterviertel in Herne – wo alle Straßen nach großen deutschen Schriftstellern benannt sind. Als ›Köttel‹ erkundete er zusammen mit seinen Freunden die Halden des Reviers und spielte verbotenerweise auch schon mal an einem der vielen kleinen Abwasserbäche im Tal der Emscher. Eigentlich sollte der Herner Ingenieur werden, entschied sich aber schließlich 1970 für den Journalismus. Zunächst als "Freier" zwischen Mülheim und Dortmund, dann ab 1973 als Redakteur in Gelsenkirchen und Bottrop. 2007 ging er in den Ruhestand und befasst sich seitdem als Autor mit der Geschichte und den Geschichten des Ruhrgebiets. Friedhelm Wessel ist u.a. Autor des Buches
"Jede Menge Film. Filmgeschichte(n) aus dem Ruhrgebiet".


174 · Werner Boschmann · Wie nich is? – Muss.
         Nachwort

Gedichte von Hubertus A. Janssen
27 · Rhein-Herne-Kanal ··· Mit Schnecken davon
55 · Nachmittags am Baldeneysee
81 · Ruhrkohlenwanderung ··· 101 · Sternenhimmel
117 · Gouvernantenverfall ··· 143 · Halde Hilde
163 · Ruhrgebietskulturstrukturballade


Butter bei die Fische
Vorwort von Hermann Beckfeld

"Wie is?" – "Muss." Pause, kurzes Nachdenken, dann muss es kommen, und es kommt. "Und selbst?"
Ist es nicht beachtlich, wie einzigartig wenige Worte wir hier im Revier brauchen, um ein ordentliches Gespräch zu führen; ja, wir können sogar mit zwei Worten zeigen, dass wir nicht nur an uns selbst denken, sondern uns auch für den anderen interessieren?
Hömma, schon sind wir mitten im Thema. Die Fragen "Wie is? und "Und selbst?" sind bei uns mehr als berechtigt. Sie sind geradezu Pflicht. Denn im Leben eines Ruhris geht es auf und ab, Durchschnittsbefin­den gibt es bei uns nicht. Wir sind nie satt. Entweder haben wir richtig Heißhunger – oder uns ist schlecht. Wir hier im Revier neigen zu Extremen, andersher­um gesagt: Das Unge­wöhnliche ist für uns gewöhnlich. Wir verabreden uns auf ein, zwei Bierchen, wissen aber schon vorher, dass wir voll­trunken nach Hause wanken. Die Frau sagt dir, ich beglei­te die Freundin nur ins Centro. Selbst brauche ich nichts, ich habe den Schrank ja voll. Zurück kommt sie mit Einkaufstaschen, die sie kaum alleine tragen kann.
Die Fragen "Wie is?" und "Und selbst?" lohnen sich schon deshalb, weil wir a) ahnen, dass irgendwas schief gegangen ist, b) was zum Weitererzählen brauchen, c) weil wir uns mit unserem "Muss" schon geoutet haben, dass bei uns nicht alles rundläuft, und d) wir dann doch lieber das Elend des anderen hören wollen: "Und selbst?"
Butter bei die Fische. Wir hier im Revier verbindet doch, dass wir alles sein wollen, nur kein Mittelmaß; und dass wir, wenn wir ein Ziel vor Augen haben, losstürmen, als gäbe es kein Morgen. Augen zu und durch, Papa kriegt das schon auf den Pinn. Wen wundert’s, dass wir dabei ab und an stolpern, manchmal sogar auf die Fresse fallen. Was uns in solchen Situationen auszeichnet, dass wir uns schon im freien Fall Gedanken machen: Warum bin denn ich gerade wieder der Doofmann? Und wie komme ich aus der Sch… wieder raus?
Bei uns im Revier gehen der freie Fall und das Auf­rappeln quasi ineinander über, man könnte fast sagen: Es ist ein einziger Vorgang, den in dieser Perfektion nur wir beherrschen. Andere üben sich in Selbstmitleid, lecken ihre Wunden oder ganz schlimm: bleiben liegen. Nun gut, auch wir sind Meister darin, anderen die Schuld zu geben und eine dicke Lippe zu riskieren: "Hömma, du Flachpfeife …" Aber wir können uns auch selbst auf den Arm nehmen, was fürwahr eine schwierige gymnastische Übung ist. Und wir können richtig malochen, anpacken und zeigen, wo es langgeht, so wie einst Opa vor Kohle mit dem Press­lufthammer. Warum is dat so? Vielleicht, weil dat bei uns so schön is wie nirgendwo anders, oder zumindest so tun, als ob. Und deshalb das Leben sogar dann lieben, wenn es uns gerade mal nicht liebt.
"Wie is?" haben wir unsere Autoren gefragt. Ihre Antworten sind mehr als ein "Muss". Ihre Geschichten erzählen von Liebe und Enttäuschungen, von Ruhrpotthelden und Versagern, die keine sind; von Orten, die wir mögen: dem eigene Garten und kleinen Buchläden, von denen es nicht mehr so viele gibt. Vielfach sind es Liebeserklärungen. An das Leben. An unser Revier. An Menschen mit kleinen Schwächen und großem Herz.