Bücher vonne Ruhr · Verlag Henselowsky Boschmann

Rudi Grande und Rainer Rettinger
Dem Ruhri sein Revier
Eine Liebeserklärung
96 Seiten, gebunden
14,90 €
ISBN 978-3-922750-95-6

Das einzig Beständige ist die Veränderung. Mit diesem Zitat von Immanuel Kant könnte das Ruhrgebiet gemeint sein. Diese unschlagbare Kombination aus Tradition, Veränderung und permanenter Aufbruchstimmung. Gestern Kohlenlieferant, heute Kulturmetropole. Und mittendrin: der Ruhri mit seinem spröden, aber warmherzigen Charme. Die Autoren Rudi Grande und Rainer Rettinger haben mit diesem Buch eine Liebeserklärung an ihre Heimat verfasst: selbstbewusst, mit Stolz und zugleich augenzwinkernder Selbstironie. In Bild und Wort präsentieren sie eindrucksvoll die kulturelle, touristische und wirtschaftliche Vielfalt des Reviers. Kant würde staunen.

Rudi Grande und Rainer Rettinger

Rudi Grande (links), 47, geboren in Bottrop, Leiter des dortigen Kommunalen Kinos, freier Autor und Redakteur.
Rainer Rettinger, 51, geboren in Oberhausen, lebt und arbeitet in Essen. Er ist Inhaber des Redaktionsbüros Ruhrie.

Die Fotografen:
Marco Faiello, im Sauerland geboren, begann als Autodidakt. Sein Interesse galt zunächst ausschließlich der analogen Fotografie. Das änderte sich mit dem Beginn einer Ausbildung zum Mediengestalter für Digital- und Printmedien. Marco Faiello lebt und arbeitet heute als freier Fotograf in Essen.
Gerd Friedrich fotografiert seit über 50 Jahren, seit 1999 ausschließlich digital. Als im Münsterland lebender Ruheständler treibt es ihn auch häufig ins Ruhrgebiet. Die alte Industriekultur ist dabei bevorzugtes fotografisches Motivgebiet – gern auch nach Sonnenuntergang. Weitere Infos unter www.gerd-friedrich.de.
Marc Geschonke (34) ist Redakteur und Fotograf bei der Münsterschen Zeitung, war von 1993 bis 2006 für die Ruhr Nachrichten in Wort und Bild tätig. Fotografisch seit der Jugend Autodidakt, hat er unter anderem eine Postkartenserie mit Motiven aus seiner Heimatstadt Bottrop – so auch das Tetraeder bei Nacht – veröffentlicht.
Ludwig Heimrath, Jahrgang 51, Essen. Seit rund zwei Jahrzehnten freier Fotojournalist, u. a. für die Neuapostolische Kirche NRW, APN Miller Freeman, Germany, USA, Australia, die Westdeutsche Landesbausparkasse/LBS, die Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Fjordingen Avisen, die Messe Essen, die Privat-Brauerei J. Stauder, Siemens Building Technologies und für den Deutschen Fachverlag. Momentan ist er an verschiedenen Projekten zur Kulturhauptstadt 2010 beteiligt.
Brigitte Kraemer ist freischaffende Fotografin in Herne. Sie studierte Fotografie und Grafik-Design an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen bei Angela Neuke und Willy Fleckhaus. Neben Auftragsarbeiten für die großen Magazine wie Stern, Spiegel und das Zeit-Magazin wurde ihre Arbeit in zahlreichen Einzelausstellungen in Museen und Galerien gezeigt und vielfach ausgezeichnet. 2004 erhielt sie den Sonderpreis »Zu- und Einwanderung und interkulturelle Beziehungen« des Forums Geschichtskultur an Ruhr und Emscher für die Bildbände »So nah, so fern« über die Lebensverhältnisse von Zuwanderern im Ruhrgebiet sowie für die Dokumentation »Friedensengel« über kriegsverletzte Kinder im Friedensdorf International Oberhausen.
Ralph Lueger lebt in Essen. Ein Schwerpunkt seiner fotografischen Arbeit ist das Ruhrgebiet.
Joachim Schumacher, geboren 1950 in Saarbrücken; kam 1972 nach Essen, um an der Folkwangschule bei Otto Steinert Fotografie zu studieren. Schon im Studium wurde das Ruhrgebiet zum Schwerpunkt seiner fotografischen Tätigkeit. Zwei Jahre feste Anstellung beim Presseamt der Stadt Essen, ab 1980 selbstständig. Neben seinen dokumentarischen Arbeiten über die Industrielandschaft, begann er ein Bildarchiv mit attraktiven Fotos der Region aufzubauen. Zahlreiche Ausstellungen mit großformatig fotografierten Industrielandschaften. In den letzten Jahren schuf er sich mit Architekturfotografie ein zusätzliches Standbein. Er hat Wohnung und Atelier in Bochum.
Jakob Studnar lebt und arbeitet in Düsseldorf. 1966 geboren in Ostrau, Tschechien, ab 1970 aufgewachsen im Ruhrgebiet zwischen Dortmund und Duisburg, 1987 fotografische Ausbildung bei Hans Blossey, WAZ, 1989 Fotovolontariat beim Westfälischen Anzeiger in Hamm, 1991 Fotoredakteur der WAZ im Ruhrgebiet, 1999 Fotoreporter der WAZ-Mantelredaktion, 2009 freier Fotograf.
Jochen Tack, Jahrgang 1962, geboren in Essen. 1976 als Schüler erste fotografische freie Mitarbeit bei der Kettwiger Zeitung, 1984 Fotovolontariat bei der WAZ, 1986 Fotograf in der überregionalen Reportageredaktion der WAZ, außerdem zuständig für Reise, Freizeit, TV, Jugend und Wochenendbeilagen. Seit 1991 selbstständiger Fotograf. Schwerpunkte: fotojournalistische Arbeit für Zeitungen, Magazine, Buchverlage, Unternehmen, Behörden, Institutionen; touristische Themen für Hotels, Airlines, Fremdenverkehrsämter, Buchverlage, Reisemagazine; fotografische Arbeit in der Unternehmenskommunikation.
Zum Inhalt
Mit Witz, Esprit und ausgefallenen Analogien führen Rudi Grande und Rainer Rettinger den einzigartigen Facettenreichtum und die geballte Kreativität des geschichts- und traditionsträchtigen Ruhrgebiets vor Augen. Strukturwandel, so die Autoren, ist weder abstrakter Begriff noch Worthülse, sondern überall im Revier erlebbar. Ob auf kulturellem, touristischem oder wirtschaftlichem Gebiet. Sie sehen es als ihre Aufgabe an, für ihre schon lange dem Schmuddel-Image entwachsene Heimat Ruhrgebiet authentisch, stolz und auch ein Stück weit selbstironisch zu werben und sie in ein Licht zu stellen, das ihr gebührt. So wird das Ruhrtal zum „Land des großen Wassers“, an dessen Ufern weiße Siedler ihre Zelte aufschlagen. Das Motiv „Acapulco“ befasst sich mit den Kanalspringern - den „Clavadistas“ - des Reviers, die mit Hilfe der Madonna von Guadelupe spektakuläre Sprünge wagen. „Ich war eine Dose“ heißt die Überschrift des Textes, der den Werdegang des Gasometers, des Wahrzeichens von Oberhausen, vom Abfalleimer zum Kunstobjekt nachzeichnet. Ob Sari oder Schlips: Der Text „Schmelztiegel Ruhrgebiet“ berichtet über Hindus, die am Bundesautobahnkilometer 46680 aus einer langweiligen Revierkulisse die spektakulärste Location des östlichen Ruhrgebiets machen. Last not least die „Backsteinrote Inkarnation“: Zollverein. Die Autoren skizzieren außergewöhnlich und prägnant das rostrote Weltwunder vom Abbruch zum Aufbruch. Die insgesamt 46 Bilder stammen von verschiedensten Fotografen; die Texte von Rudi Grande und Rainer Rettinger, die ihre Wort- und Bildumsetzung auch als Wanderausstellung durchs Revier und darüber hinaus präsentieren. Das Buch soll allen Ruhris und Touris plakativ zeigen, worum es uns geht: um eine aufrichtige Liebeserklärung an das Revier.

Inhaltsverzeichnis
Dem Ruhri seine Autoren
Vorwort
Dem Ruhri sein Ganges – Schmelztiegel Ruhrgebiet
Dem Ruhri seine Rolling Stones – Tradition kontra Zeitgeist
Dem Ruhri sein Gizeh – Unendliche Weiten
Dem Ruhri seine Everglades – Null Krokodile
Dem Ruhri sein Eiffelturm – Backsteinrote Inkarnation
Dem Ruhri seine Kumpel – Wahrer Lohn und wahre Arbeit
Dem Ruhri seine Hafencity – Königin der Meere
Dem Ruhri sein Lloret de Mar – Panta rhei
Dem Ruhri sein Louvre – Ich war eine Dose
Dem Ruhri sein Barrier Reef – Kurz abgetaucht
Dem Ruhri sein Kunststück – Das grüne Erfolgsgeheimnis
Dem Ruhri seine Hall of Fame – Im Reich der Sinne
Dem Ruhri sein Stairway to Heaven – Extraterrestrisch
Dem Ruhri seine Tagesthemen – Anne Bude
Dem Ruhri sein Wintermärchen – Hasen auf der Halde, Dem Ruhri seine Gartenstadt – Schöngelegen
Dem Ruhri seine Carnegie Hall – Auf der Suche nach Spiritualität
Dem Ruhri sein Neuschwanstein – Rote Mauritius trifft Froschkönig
Dem Ruhri seine Kreativwirtschaft – Vergangenheit und Zukunft: Kumpel, Kultur, Kreativität
Dem Ruhri sein Leuchtturm – Schlagende Wetter
Dem Ruhri seine Sonnenwende – Reise in die Nacht: die Metamorphose des Reviers
Dem Ruhri sein Yucatán – Indigene Völker
Dem Ruhri sein Wilder Westen – Duisburg, Texas.
Dem Ruhri sein Acapulco – Kühne Köpper
Dem Ruhri seine Wiesn – Nostalgie und Hightech
Dem Ruhri seine Vier Jahreszeiten – Schlafen im Schatten des Förderturms
Dem Ruhri sein Ufo – Tief im Osten
Dem Ruhri seine Verbotene Stadt – 200 Meter Beletage
Dem Ruhri seine Serengeti – Ein Tag, drei Kontinente
Dem Ruhri sein Stonehenge – Inszenierte Transzendenz
Dem Ruhri sein Mississippi – Land des großen Wassers
Dem Ruhri seine Grachten – Moderne Zeiten
Dem Ruhri seine Golden Gate – Paris, Venedig, San Francisco?
Dem Ruhri sein Bayreuth – Offen für Kultur
Dem Ruhri sein Monolith – Besonders ausgehärtet
Dem Ruhri sein Ferrari – Keine Kandare
Dem Ruhri sein Art Nouveau – Prestige-Objekt der Zechenbarone
Dem Ruhri sein Handicap – Vom Minigolf zum Après-Ski
Dem Ruhri sein Rennpferd – Die Taube und das Internet
Dem Ruhri sein Café del Mar – Leben und leben lassen
Dem Ruhri seine Malocher – Federleichte Blitztabelle
Dem Ruhri seine Chippendales – Auf Augenhöhe
Dem Ruhri sein Chef vom Stadion
Dem Ruhri seine Sheriffs
Dem Ruhri sein Reporter
Dem Ruhri sein Geschichtenerzähler
Dem Ruhri seine Fotografen