Verlag Henselowsky Boschmann • Interview mit Dirk Sondermann


Dirk Sondermann
Herausgeber der Bücher Emschersagen und Ruhrsagen
Wann wurden Sie geboren? Und wo? Am 14. Dezember 1960 in Bochum.
Wo wohnen Sie heute? In Hattingen an der Ruhr auf einem alten Bauernhof.
Warum beschäftigen Sie sich mit Sagen? Sagen bieten einen kurzweiligen Einstieg in die (Regional) Geschichte und bilden eine höchst faszinierende Nische des Irrationalen in unserer übertechnisierten und kopflastigen Welt.
Wie lange schon? Seit ungefähr 30 Jahren beschäftige ich mich mit Märchen, Sagen und Mythen.
Welches ist Ihre Lieblingssage? Und Warum? Meine Lieblingssage ist jene vom Zwergenkönig Goldemar auf Burg Hardenstein in Witten-Herbede an der Ruhr (Hardensteiner Weg) Der bedeutsame Sagenreigen um Burg Hardenstein weckte mein Interesse an Volkssagen des Ruhrgebietes.
Und Ihre Lieblingssagengestalt? Meine Lieblingssagengestalten sind der Zwergenkönig Goldemar, Dietrich von Bern und der Nibelunge Siegfried. Alle drei können ebenfalls auf die Burg Hardenstein bezogen werden und spuken der Sage nach in dieser altehrwürdigen Burgruine.
Warum sollten im Ruhrgebiet Sagen gelesen werden? Um das Ruhrgebiet einmal anders, von der nichtindustriellen Seite zu betrachten, und um das Interesse an der eigenen Historie im regionalen Bezug zu wecken. Sagen können auch Anlass geben, die eigene Region im doppelten Sinne zu erfahren oder zu erwandern. Nirgendwo liest sich eine Sage spannender als "vor Ort" an der Stelle des sagen-haften Geschehens.
Was lesen Sie gerne an Ruhrgebietsliteratur? Alles außer Kochbücher.
Welche Stadt im Ruhrgebiet ist für Sie die schönste? Subjektiv betrachtet meine Geburtsstadt Bochum. Objektiv betrachtet mein jetziger Heimatort Hattingen mit seinem grünen Umland.
Warum? Man ist schnell in den "Metropolen" Essen oder Bochum, wohnt aber doch im Grünen.
Wohin gehen/fahren Sie an einem sonnigen Ruhrgebiets-Sommertag? Häufig schwimme und angele ich in der Ruhr, paddele auf der Ruhr oder fahre Rad an der Ruhr.
Welchen Ruhrgebietler finden Sie richtig toffte? Den "Bochumer Jungen" Frank Goosen, der tolle Romane und Erzählungen "vonne Ruhr" schreibt.
Und welche Ruhrgebietlerin? Tana Schanzara vom Schauspielhaus Bochum, ein echtes "Urgewächs aussem Pott".

Wohin sollten Touristen gehen, wenn sie mal "echt Ruhrgebiet" erleben wollen?

"Wollnse wat Grünes", dann Hattingen. "Wollnse wat Schwattes", dann Zeche Zollverein in Essen.
Wo möchten Sie gerne leben, wenn nicht im schönen Ruhrgebiet? Am Bodensee
Wenn Sie die Möglichkeit hätten, zwei Dinge im Ruhrgebiet sofort zu verändern/verbessern, welche wären das? 1. Mehr Arbeitsplätze (vor allem für Ungelernte )
2. Grünflächen sollten nicht mehr bebaut werden. Stattdessen sollten ( Industrie-) Brachen erschlossen werden.